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Der erste Garten

Posted on 3. März 20263. März 2026

Die Entstehung des ersten Gartens ist eine Geschichte der Neugier, der Kooperation und des gemeinsamen Forschens. 1998 suchte der Essener Künstler Peter Reichenbach nach Alternativen zu chemischen Farben in seiner Kunst. Auch für den Unterricht mit Kindern wollte er natürliche Materialien einsetzen. Dabei zeigte sich schnell: Niemand verstand es, bunte Mal- und Kunstfarben biologisch herzustellen.

Die Idee, Farben wie Gemüse im Schulgarten zu ernten, war naheliegend – doch die  notwendigen Techniken für Wand- und Buchmalerei waren verloren. Färbepflanzen, Beizen und Zusatzstoffe waren kaum verfügbar oder für den Schulalltag ungeeignet.

.Eine Schlüsselrolle spielte dabei die Pädagogin Eva Schäfer. Im Unterricht an der Grundschule Königshöhe Weg in Wuppertal arbeitete sie mit einer „Ritterwerkstatt“ als Unterrichtseinheit. In diesem Rahmen wurden mit Tinte und Feder Schreibwerkstätten durchgeführt, die den Kindern einen sinnlichen Zugang zu historischen Arbeitsweisen eröffneten.

Dabei stellten die Kinder eine einfache, aber grundlegende Frage: Woher kommen eigentlich die Farben – wo konnten sie früher gekauft werden? Sie wandten sich an den anwesenden Künstler im Raum. Doch auch er wusste keine Antwort.Was in diesem Moment entstand, war der Beginn eines Forschungsprozesses. Auf der gemeinsamen Suche nach Antworten wurde das lokalhistorische Museum in den Prozess einbezogen. Historische Quellen gaben nur ansatzweise Hinweise darauf, wie Farben früher aus Pflanzen gewonnen wurden. Eltern mit und ohne Migrationshintergrund brachten Erinnerungen aus ihrer Kindheit ein und berichteten von traditionellen Färbetechniken, die  genutzt wurden.

So musste im unmittelbaren Umfeld geforscht werden: Pflanzen im Baumarkt oder im Supermarkt wurden neu betrachtet  als mögliche Farbträger. Wildsammlungen im Stadtteil erweiterten das Spektrum. Blätter, Beeren, Rinden und Wurzeln wurden gesammelt, untersucht und erprobt. Jede erreichbare Wissensquelle wurde angezapft, jede Beobachtung ernst genommen.

So entstand ein gemeinsamer Lernraum auf Augenhöhe. Kinder, Eltern,Nachbarn, Pädagoginnen und Pädagogen sowie der Künstler brachten ihr jeweiliges Wissen in einen großen, wachsenden Pool ein. Erfahrung, Neugier und Nicht-Wissen standen gleichberechtigt nebeneinander. Aus einer anfänglichen Frage entwickelte sich ein kollektiver Forschungsprozess – offen, dialogisch und getragen von der Überzeugung, dass Wissen geteilt und gemeinsam hervorgebracht werden kann.

Reichenbach begann nun nacheinander sieben Gärten zu gründen mit jeweils eigenen Schwerpunkten.  So entstanden die Fliegenden Gärten in Wuppertal, der Atavusgarten als Waldatelier, der Imaginäre Garten auf Zeche Zollverein mit seiner Biodiversität von Neophyten, ein Hortus Conclusus in Essen Altendorf auf einem Hinterhof als Arabischer Garten. Mit der Gesamtschule Essen Süd entstand der Kranzgarten. Der Schleifengarten wurde ein Garten für Poesie und Symposien in Kooperation mit dem Projekt Grünkultur, wodurch auch in Südafrika mehrere Gärten entstanden. In den frühen 2000er-Jahren führte die Arbeit – im Geist der internationalen Nachhaltigkeitsdiskussion nach United Nations Conference on Environment and Development – zu Kontakten über das UNESCO-Projekt mondialogo nach Usbekistan, Ghana, Aserbaidschan und Südafrika.

Heute ist sevengardens als Bildungsmethode für Nachhaltige Entwicklung von der UN University anerkannt und immer mehr Menschen nutzen es als Modell.

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